Der große Spielkarten-Check mittels industrieller Bildverarbeitung

Die Idee für seine Projektarbeit ist Christian Herrmann im Zug eingefallen. „Ich kaufe online gern gebrauchte Spielkarten“, erzählt er. Und während er die Listen mit angebotenen Karten durchscrollte, fragte er sich: Wie kann man eigentlich feststellen, ob es sich bei der gebrauchten Karte um eine gut oder schlecht erhaltene Karte handelt? „Viele Karten haben ja Gebrauchsspuren – Kratzer, Knicke, Löcher.“ Seine Projektarbeitsidee war geboren. Zusammen mit seinen Kommilitonen Alexander Sundermeier, Adrian Schulz und Marc Otten hat er einen Apparat konstruiert, der genau das beantwortet: Nämlich automatisch erkennt, welche Mängel die eingelegte Karte hat. Das Ganze ist entstanden in der Veranstaltung „Industrielle Bildverarbeitung“ am Fachbereich Physikingenieurwesen der FH Münster, in der Masterstudierende ein Projekt nach ihrer eigenen Idee umsetzen.

„Gerade im professionellen Karten-Grading ist der Zustand von seltenen Karten ein Riesending, um einen entsprechenden Verkaufswert festzulegen“, erläutert Sundermeier. „Das geht so weit, dass manche Karten sogar manipuliert werden. Wir wollen einen objektiven Rahmen für diese Fälle schaffen.“ Das Analysegerät der Gruppe ordnet in diesem Fall dem Zustand von Yu-Gi-Oh!-Karten – Sammelkarten einer japanischen Manga-Serie, deren seltene Exemplare online für mehrere Tausend Euro gehandelt werden – einen spezifischen Wert zu; so lassen sich einzelne Karten einfach miteinander vergleichen.

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