„Faust goes KI“: Alte Literatur neu erzählt
Wie lässt sich altbekannte „Top-Literatur“ wie Geothes Faust so darstellen, um die heutige Jugend für solche Kunstwerke zu interessieren? Genau diese Frage stellte sich wohl Jürgen Schacherl vom Bundesgymnasium Bluden (Österreich) und startete mit seinen Schülern das Novel-Graphic-Projekt Faust Goes KI, das sogar einen Medienpreis gewann.
„Deep Dive“ Audio-Zusammenfassung nach PDF-Upload in Gemini-Chat (oben)
In diesem Blogbeitrag möchte ich nicht auf alle Einzelheiten des Buches eingehen und mich womöglich an einer Interpretation versuchen, sondern hierbei geht es vor allem um eine angepasste Darstellungsweise des weltweit bekannten Werks Faust des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe. Wie schaffe ich es mit Anwendungen auf der Grundlage von künstlicher Intelligenz, die Jugend von heute so zu begeistern, dass sogar alte Literatur in alter deutscher Sprache durchaus Spaß machen kann?
Folgende Tools wurden verwendet:
1) ChatGPT für die Analyse, das Storyboarding und die Dialoge
2) Midjourney, Leonardo und Copilot für die Bilderstellung
3) Canva, um aus Text und Bildern einen (coolen) Grapic Novel zu gestalten
Die obere Abbildung fast zwei Seiten der KI-Erzählung zusammen. Links ein schickes Design, generiert mit einer Bild-KI und dem Satz „Hier steh ich nun ich armer Tor & bin so klug wie nie zuvor„. Es wurden also neue Designelemente mit alter Sprache kombiniert, um die Szene ansprechend darzustellen. Auf der rechten Seite dann eine ganze Reihe an Bildern und dazu KI-generierter Text im Rahmen der Abhandlung „Der Spaziergang“. Genau in diesem Stil liest sich dann Goethes KI-Faust und versucht dabei optisch zu überzeugen. Das gelingt auf jeden Fall.
Graphic Novel als Alternativformat
Klar gibt es bei solchen KI-generierten Darstellungen von Text und Bildern auch Kritik hinsichtlich einer maßstabgetreuen Wiedergabe der ursprünglichen Story mit all ihren Werten, aber schlussendlich geht es wohl darum, junge Menschen wieder für alte Literatur zu begeistern und wenn dies immer weniger mit einem schlichten Buch gelingt, dann bieten u.a. die oben genannten KI-Anwendungen definitiv gute Möglichkeiten alte Meisterwerke „aufgepeppt“ zu präsentieren.
Demnächst wird es wohl einfacher werden, solche Szenen in hoher Qualität als ganze Videos ausgeben zu lassen und zwar zuverlässig, ohne etwa nervige 45 – 67 Versuche pro Szene zu benötigen. Dann können alte Werke voll und ganz visualisiert werden und Schüler erhalten zusätzlich im Rahmen der Erstellung im Umgang mit Chatbots, Bild- und Video-KIs wichtige „Tech-Skills“. Mir gefällt dieses Projekt sehr gut und hat aus meiner Sicht vollkommen zu Recht einen Preis gewonnen, der auch vom österreichischen Bundesministerium für Bildung unterstützt wird.
Autor des Beitrags
Kennzeichnung: Beitragsbild KI-generiert via ChatGPT-4o




