HFD-Monitor 2026 mit einer interaktiven Datenübersicht

In Hochschulen wird zunehmend darüber diskutiert, wie Lernen individueller, flexibler und stärker an den Bedürfnissen der Studierenden ausgerichtet werden kann. Dabei rücken digitale Lernformate, KI-gestützte Lernassistenten und Learning Analytics besonders in den Fokus. Der Fokusmonitor 2026 des Hochschulforums Digitalisierung zeigt, dass diese Themen strategisch bereits eine wichtige Rolle spielen, ihre praktische Umsetzung jedoch unterschiedlich weit fortgeschritten ist.

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Hintergrund der Befragung

Der Blickpunkt gibt einen Überblick über die Ergebnisse des HFD-Fokusmonitors 2026. In dieser Reihe macht das HFD Trends und Themen des digitalen Wandels in Studium und Lehre an deutschen Hochschulen transparent, evidenzbasiert und ganzheitlich sichtbar. Im Gegensatz zum Monitor Digitalisierung 360° wird für den HFD-Fokusmonitor jeweils nur eine Zielgruppe befragt, um einen Einblick zu speziellen Fragestellungen zu bekommen. Die diesjährige Fokusbefragung widmet sich dem Thema personalisiertes Lernen. Befragt wurden Vizepräsident:innen/Prorektor:innen für Lehre aller deutschen Hochschulen zwischen Mai und Juni 2026. Quelle: HFD

Kurze Zusammenfassung:

  • Der Fokusmonitor 2026 untersucht, wie deutsche Hochschulen personalisiertes und digital gestütztes Lernen strategisch angehen – besonders mit Blick auf KI, KI-Chatbots und Learning Analytics.
  • KI ist das dominierende Thema: Für 95 % der Hochschulen ist die Vorbereitung auf eine KI- und digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt ein wichtiges bzw. sehr wichtiges strategisches Ziel.
  • Personalisierung und Flexibilisierung werden strategisch als relevant angesehen, sind in der Praxis aber noch nicht flächendeckend umgesetzt.
  • Besonders groß ist die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung beim adaptiven Lernen: 92 % sehen es als strategisch relevant, aber nur 14 % berichten von einer weitgehenden bzw. breiten Umsetzung.
  • KI-gestützte Lernassistenten sind weiter verbreitet: An 53 % der befragten Hochschulen befinden sie sich bereits im Pilot- oder Regelbetrieb.
  • KI-Chatbots sollen vor allem selbstgesteuertes Lernen, individuelles Feedback, kritisches Denken und KI-Kompetenzen unterstützen.
  • Die Umsetzung von KI-Chatbots ist sehr unterschiedlich; kleinere Hochschulen sind unter den zurückhaltenden Einrichtungen überrepräsentiert. Größe allein erklärt den Fortschritt aber nicht – auch Strategie, Governance, Kompetenzen und Infrastruktur spielen eine Rolle.
  • Learning Analytics ist ebenfalls noch nicht breit etabliert: 43 % der Hochschulen stellen es für personalisiertes Feedback bereit; nur 15 % nutzen KI systematisch zur Auswertung von Lerndaten im Pilot- oder Regelbetrieb.
  • Zentrale Hürden sind Datenschutz, rechtliche Vorgaben, IT-Sicherheit, Ressourcen und Kapazitäten. Besonders Ressourcen und rechtliche Rahmenbedingungen beeinflussen strategische Entscheidungen stark.
  • Insgesamt lautet das Bild: Die strategische Bedeutung personalisierten Lernens und von KI ist hoch, die praktische institutionelle Umsetzung hinkt jedoch noch deutlich hinterher.
  • Grundlage ist eine Befragung von Vizepräsident:innen und Prorektor:innen für Lehre im Mai/Juni 2026; 120 Hochschulen nahmen teil, entsprechend einer Rücklaufquote von 32 %.
matthias kindt autor