Von GPTs zu Sites: Lösen KI-generierte Webseiten die Custom Bots innerhalb von ChatGPT ab?

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Seit Kurzem ist es innerhalb von ChatGPT nicht mehr möglich, die CustomGPTs öffentlich zugänglich zu machen. Gleichzeitig hat OpenAI vor einiger Zeit die Funktion „Sites“ an den Start gebracht, mit der sich über das Tool Codex und HTML ganze Webseiten mit eigener URL entwickeln lassen. Damit stellt sich die Frage, ob es CustomGPTs in dieser Form zukünftig noch geben wird. 

Hier geht es zum GPT-Leitfaden

Möchte ich einen neuen CustomGPT erstellen und veröffentlichen, so wird die Meldung „GPTs können nicht mehr öffentlich geteilt werden“ angezeigt. Somit ist es nicht mehr möglich, einen KI-Assistenten in eine Kategorie einzuordnen und diesen über den GPT‑Store zu veröffentlichen. Das wertet den GPT-Store erheblich ab, da keine neuen GPTs mehr hinzukommen können und der Store ohne Neuerscheinungen zunehmend etwas altbacken wirkt. 

Der untere Screenshot zeigt einen beispielhaften Output des in Eigenregie entstandenen GPTs „EU AI Act (German)“, dessen einzige Wissensgrundlage das als PDF hochgeladene KI-Regelwerk ist. Stelle ich eine Frage, so erhalte ich stets eine Antwort mit dem Bezug auf das EU-Gesetz. Kann ich eine Webseite über die Funktion „Sites“ ebenfalls so konfigurieren, dass im besten Fall ein CustomGPT überflüssig wird? 

Zuerst blicken wir auf die wesentlichen Funktionen der Seiten innerhalb von ChatGPT, die links in der Navigation über den Reiter „Mehr“ und „Sites“ erreichbar sind. Die folgende Abbildung zeigt eine Liste der bereits erstellten Webseiten und den Aufruf des Drei-Punkte-Menüs, um eine Site zu bearbeiten, Statistiken einzusehen oder wesentliche Einstellungen vorzunehmen.

In diesem Beitrag dient der kürzlich erstellte Quellenkatalog als Beispielseite, mit der sich Top-Quellen samt Unterseiten einordnen und bewerten lassen. Über die Einstellungen können unter anderem API‑Schlüssel und eine Domain hinzugefügt werden. Zusätzlich lässt sich die Freigabe regeln, also festlegen, ob ich die Seite privat halten oder öffentlich teilen möchte. Auch den Titel und die URL kann ich in den Settings nachträglich anpassen. 

Im Gegensatz zu den CustomGPTs habe ich nun die Möglichkeit, den Webseiten-Traffic einzusehen. Die Übersicht öffnet sich nach einem Klick auf den Reiter „Analysen“ oder über die Site-Startseite mit einem Klick auf „Statistiken“. Es gibt die Auswahl zwischen 7 und 30 Tagen. Die Erfassung des Traffics wird unten ebenfalls nach Einzelseiten der jeweiligen „Site“ gelistet.

Über den Punkt „Freigabe“ und den Button „Verwalten“ lässt sich die Privatsphäre der Seite festlegen. Für den Quellenkatalog wurde die Auswahl „Alle mit dem Link“ getroffen, um die Anwendung für alle ChatGPT‑User mit einem Link zu öffnen. Diese Einstellung kann ich jederzeit wieder ändern. Ausschließlich der Entwickler bzw. Eigentümer der Webseite darf diese Änderung vornehmen.

Nun zurück zur Frage, ob über das Tool Codex generierte Seiten theoretisch CustomGPTs ersetzen könnten. Damit dies möglich ist, benötigt die Webseite einen Chat, sich vorrangig auf die Inhalte dieser Seite bezieht. GPTs sind beliebte KI-Assistenten, da sie sich mit einer oder mehreren Wissensgrundlagen und einem System-Prompt spezialisieren lassen und darauf basierend Antworten erzeugen.

Die obere Abbildung zeigt einen in die Webseite integrierten blauen Button mit der Bezeichnung „ChatGPT fragen“. Klicke ich darauf, öffnet sich ein neues Chat-Fenster mit dem „Katalog-Assistenten“. Dieser soll mich rund um den Quellenkatalog mit relevanten Informationen unterstützen. Unten im Chat sind drei Starter-Questions wie zum Beispiel „Welche Quellen sind am besten bewertet?“ verfügbar. Ich kann somit einen seiteninternen Chat integrieren, der auf die Inhalte der Site spezialisiert ist.

Der über einen Folgeprompt hinzugefügte „Katalog-Assistent“, der als eine Art KI‑Begleiter angesehen werden kann, geht in die Richtung eines CustomGPTs, das sich ebenfalls individuell konfigurieren lässt. Technisch wäre es problemlos möglich, im Vorfeld ein Dokument wie eine PDF hochzuladen, worauf sich der interne KI‑Assistent hinsichtlich Inhalt & Verhalten stets beziehen soll.

Ja, solche Webseiten mit Chat-Zugang könnten CustomGPTs teilweise ersetzen, aber für viele Aufgaben braucht es keine Webseite, sondern nur einen konfigurierbaren Chatbot mit Upload-Funktion und einer automatisierten Auswertung von Dokumenten etc. Mal schauen, wie sich demnächst das Nutzerverhalten innerhalb der KI-Umgebung ChatGPT entwickelt 😉


Autor

matthias kindt

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