Bundesweites Interesse für digitale Lehrkonzepte an der TU Chemnitz ist groß

Physiker Dr. Thomas Franke und Dr. Herbert Schletter von der TU Chemnitz stellten in einem hochschuldidaktischen Seminar vor, wie eine Experimentalvorlesung in den digitalen Raum verlagert werden kann

Viele Lehrende der Technischen Universität Chemnitz haben in diesem Sommersemester innerhalb kürzester Zeit kreative Möglichkeiten gefunden, digitale Lehrkonzepte lernförderlich umzusetzen. Insgesamt wurden mehr als 1.500 Lehrveranstaltungen in den digitalen Raum verlegt. So auch die Physik-Vorlesung von Dr. Thomas Franke und Dr. Herbert Schletter vom Institut für Physik an der Fakultät für Naturwissenschaften. Ihre Lehre lebt von Live-Experimenten, die die Grundlage der naturwissenschaftlichen Beschreibung bilden und die oftmals abstrakte mathematische Formeln nachvollziehbar machen. Wie dies im digitalen Raum gelang, stellten sie am 30. Juni 2020 in einem Shortcut des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekts „Lehrpraxis im Transfer plus“ vor. Das Thema lautete „Digitale Experimentalphysik – Einbindung von Live-Experimenten in Online-Vorlesungen“.  40 Hochschullehrende aus Chemnitz, Sachsen und dem gesamten Bundesgebiet nutzten die Gelegenheit, das innovative Lehrkonzeptes zum Erwerb von theoretischen und praktischen Grundlagen der Physik kennenzulernen und sich für die eigene Lehre inspirieren zu lassen.

Online-Lehre zwischen Chancen und Stolpersteinen

In dem Shortcut wurden neben Fragen zu technischen Erfordernissen und finanziellen Möglichkeiten, der Bereitstellung von Vorlesungsmaterialien für Studierende oder der Begleitung in Übungen auch die Zusammenarbeit zwischen dem Vorlesenden und dem Vorlesungsassistenten mit allen Chancen und Stolpersteinen transparent gemacht. „Diese Online-Veranstaltung war ein toller Beitrag dazu, funktionierende Lösungen vorzustellen,“ so Dr. Thomas Koethe, Universität Köln, „da an unzähligen Hochschulen nicht nur in Deutschland Lehrende die immer gleichen Schwierigkeiten zu meistern haben, und dabei viel Zeit und Energie aufgewendet werden muss, um oftmals zu sehr ähnlichen Lösungen zu gelangen, die sicher andernorts helfen werden, die Angebote zu verbessern oder auszuweiten.“ Zudem  wurde deutlich, dass viele Lehrende seit dem Lockdown erheblich rotieren. Die Umstellung erfordert neben einem enormen eigenen Kompetenzerwerb im Digitalen auch viel Zeit für Video-Aufnahmen, gut aufbereitete Materialien wie auch die Begleitung von Studierenden, um eine lernförderliche Umgebung zu schaffen.  

Nachgefragte Hochschuldidaktik: 760 Lehrende nahmen an 36 Online-Weiterbildungskursen teil

Dieser Shortcut gehört zu einer Veranstaltungsreihe von mehr  als 36 online durchgeführten Weiterbildungsveranstaltungen der Hochschuldidaktik an der TU Chemnitz, die durch die Projekte „Lehrpraxis im Transfer plus“ und Digitale Hochschulbildung, sowie das E-Learning-Team des Universitätsrechenzentrum durchgeführt wurden. Insgesamt konnten mehr als 760 Teilnahmen von Lehrenden aus dem sächsischen Hochschulverbund, davon 52 Professorinnen und Professoren  innerhalb von drei Monaten seit dem Shutdown erreicht werden. Die Themen reichten von der Förderung von studentischem kollaborativem Arbeiten, der Gestaltung synchroner bzw. asynchroner Lehre,  der Umsetzung von digitalen Prüfungen als „Closed oder Open Book-Klausur“ über Datenschutz, Urheberrecht bis hin zum Einsatz technischer Werkzeuge wie dem Videokonferenztool Big Blue Button, den Lehr-Lernplattformen OPAL und ONYX sowie der neuen Prüfungsplattform TUCexam.

Transfer lebt vom Austausch

Durch die Weiterbildungen konnten die Lehrenden ihre bisherigen Lehrkonzepte neu aufstellen, Materialien überabreiten, Lehr-Lernaktivitäten im Digitalen planen und letztlich Wege zur Kontrolle und Prüfung der studentischen Lernergebnisse im Digitalen kennenlernen. Die hochschuldidaktischen Veranstaltungen wurden darüber hinaus auch genutzt, um sich fach- und hochschulübergreifend über Lösungen auszutauschen. Da auf keine facheigenen Routinen zurückgegriffen werden kann,  schauen die Lehrenden über den Tellerrand und finden Lösungen auch in anderen Fachbereichen, an anderen Hochschulen und können diese in ihre eigene Lehre transferieren.

Mitschnitt des „LiT.Shortcuts: „Digitale Experimentalphysik – Einbindung von Live-Experimenten in Online-Vorlesungen“: https://videocampus.sachsen.de/video/LiTShortcut-Digitale-Experimentalphysik-Einbindung-von-Live-Experimenten-in-Online- Vorlesungen/07a6620823b90e9da125e3bb7de857d0

Angebote der Hochschuldidaktik an der TU Chemnitz: www.lehrpraxis.tu-chemnitz.de

E-Learning an der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/e-learning/

Weiter Informationen erteilen Dr. Thomas Franke, Telefon 0371 531-33051, E-Mail t.franke@physik.tu-chemnitz.de, und Ulrike Rada, Telefon 0371 531-38538, E-Mail ulrike.rada@verwaltung.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Ulrike Rada)

Mario Steinebach
13.07.2020

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